Piko BB9210 - BR118 - BR65 (v.l.n.r.)
Piko BB9210 – BR118 – BR65 (v.l.n.r.)

Von Piko aus DDR-Zeiten habe ich aktuell folgende Modelle aufgearbeitet:

  • BB9210 der SNCF
  • BR118 der DR
  • BR65 der DR

Die Aufarbeitung umfasste dabei:

  • Komplette Demontage des Modells, beim Motor Entnahme der Kohlebürsten, Federn und deren Abdeckbleche.
  • Reinigung im Ultraschallbad von Chassis, Drehgestelle, Getriebe, Achsen und Motor.
  • Lackierung des Chassis und der Drehgestelle mit Airbrush (nur BB9210 und BR118).
  • Montage der Modelle, dabei Motor neu geölt, Getriebe geschmiert (Trockenschmiermittel), elektrische Kontaktstellen mit ATF benetzt und digitalisiert.

Die Reinigung im Ultraschall-Bad (US-Bad) habe ich zweistufig durchgeführt: In Stufe Stufe 1 habe ich oben genannte Teile 10 Minuten in Petroleum gereinigt, in Stufe 2 ebenfalls 10 Minuten in Spiritus. Die Kunststoffteile (Chassis und Drehgestelle) sind dabei teils „blass“ geworden, hell und fleckig. Dies hab ich anschließend korrigiert, indem ich mit schwarzer Airbrush-Farbe die Chassis und Drehgestelle überlackiert habe. Als Farbe hierzu habe ich „Revell Aqua Color“ zusammen mit dem Verdünner „Revell Aqua Color Mix“ verwendet.

Piko Chassis beim Umbau 1
Piko Chassis beim Umbau 1

Für den Zusammenbau habe ich den Motor mit Druckluft vorsichtig ausgeblasen, um jegliche Reste aus dem US-Bad zu entfernen. Anschließend wurden Kohlebürsten, Federn und Abdeckbleche montiert. Für die Lagerstellen der Motorwelle gab es je einen Tropfen Feinmechaniker-Öl (Nähmaschinen-Öl) und 2…3 Minuten einlaufen pro Umdrehungsrichtung. Damit es Zwischen Motor und Stromschienen im Chassis zu keinen Kurzschlüssen kommen kann, wurde der Motor mit Isolierband 1x umwickelt. Überall dort, wo Kontaktbleche den Strom über eine Anlage-/Reibfläche weiterleiten, habe ich die Oberflächen zusätzlich mit einem Glashaarpinsel von deren Oxidschichten befreit und sparsam mit ATF benetzt. Die Laufflächen der Räder wurden mit einer Polierscheibe in der Proxxon-Minibohrmaschine (umgangssprachlich, allgemein auch „Dremel“) von Oxidschicht und Schmutz befreit.

Piko Chassis beim Umbau 2
Piko Chassis beim Umbau 2

Für die Digitalisierung habe ich Doehler & Haass DH10C-Decoder eingesetzt. Zu Gunsten der Servicefreundlichkeit habe ich jeweils eine 6-polige Schnittstelle nach NEM651 eingebaut, dies mittels einfacher Buchsenleiste im Rastermaß 1,27mm. In meiner Bastelkiste fanden sich Reste von 1-reihiger und 2-reihiger Buchsenleiste, sodass ich je nach Verfügbarkeit beide Typen verbaut habe. Angeschlossen wurden nur Gleis 1 und 2 sowie Motor 1 und 2 der Schnittstelle, da die Modelle keine Beleuchtung besitzen. Damit Decoder samt Schnittstelle Platz in dem Modell finden, musste an einem der beiden Ballast-Gewichte gefräst werden. Gut 2,5mm habe ich in der Fläche abgetragen. Zu guter letzt habe ich mit Isolierband das Paket aus Decoder und Schnittstelle (Buchsenleiste) wieder 1x mit Isolierband umwickelt, um Kurzschlüsse und damit Beschädigungen am Decoder zu vermeiden.

Im Anschluss folgte die Montage des Gehäuses. An diesen fand keinerlei äußerliche Nacharbeit im Sinne der Lackierung/Farbe statt, da die Gehäuse in einem sehr guten Zustand (gemessen am Alter der Modelle) waren und sind.